Vita

Geboren wurde ich 1954 in Aichach, Bayern. Seit ich mich erinnern kann, habe ich immer gerne gezeichnet, gemalt und modelliert (und ab und zu auch gemodelt).

  
(In der Badewanne, Aichach 1956).

Zuhause gab es viele Anregungen für mich: der Lehmkeller meines Großvaters in Aichach und später, nach dem Umzug der Familie im Jahr 1962, die vielen Kunstbücher und das Atelier meines Vaters in Lettenbach bei Augsburg.

Die Schule hat mich zunächst überhaupt nicht interessiert, so dass mich meine Eltern für ein Jahr auf ein Klosterinternat schickten, um mich fit für das Gymnasium zu machen.


(Algasing, Öl auf Leinwand, gemalt 1986)

Als Jugendlicher wollte ich Autodesigner werden. Erfolgreich beteiligte ich mich fünfmal am Design Wettbewerb des Autobauers Opel.


(Siegerehrung beim Opelwettbewerb 1969, links neben den Jakob Sisters)

Am Gymnasium in Augsburg hatte ich einen sehr engagierten Kunstlehrer. In seinen freiwilligen Nachmittagskursen führte er eine kleine Gruppe von Schülern in Techniken wie Radierung, Siebdruck, Tempera- und Acrylmalerei oder Töpfern ein und es wurden heftig die neuesten Strömungen der Kunst diskutiert. Mehrere aus dieser Schülergruppe haben wie ich später in München an der Akademie der Bildenden Künste studiert.

Mein bevorzugtes Gebiet an der Akademie, die ich von 1974 bis 1978 besuchte, war die abstrakte Kunst.


(ohne Titel, Acryl auf Spanplatte, gemalt 1975)

Veranstaltungen zur Farblehre, insbesondere zur „Interaction of Colours“ von Joseph Albers begeisterten mich besonders.

Erst nach dem Staatsexamen für das künstlerische Lehramt am Gymnasium habe ich als Referendar begonnen, mich für figürliche Malerei zu interessieren. Von 1980 bis 2017 war ich am Holbein-Gymnasium in Augsburg als Kunstlehrer tätig. Ursprünglich wollte ich freischaffender Künstler werden, habe aber meine Entscheidung für den Lehrerberuf nie bereut. Es hat mir viel Freude gemacht und mich immer wieder inspiriert mit meinen Schülern zusammen zu arbeiten.

    
(Dieseldenkmal, Holbein-Gymnasium, 2008)

Die Auseinandersetzung mit Max Beckmann Mitte der 80er Jahre führte mich zur Ölmalerei mit mehrfigurigen Kompositionen im expressiven Stil. Nach und nach versachlichte sich meine Malerei bis hin zu den fotorealistischen Schaufenster- und Ausstellungsbildern in den 1990er Jahren, die in lokalen und internationalen Ausstellungen große Beachtung fanden. Parallel zur Malerei beschäftigte ich mich viel mit Keramik und dem Aktzeichnen, das ich bis heute regelmäßig praktiziere.


(Ausstellung der 100 Vasenfrauen 1994) 

 Literarische Themen zu Michel Houellebecq oder Paul Auster standen im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts im Zentrum meines Schaffens.

Als sich nach dem Umzug nach Stadtbergen der neu angelegte Garten entwickelte, habe ich „en plein air“ mit meinen Gartenbildern den Lauf der Jahreszeiten verfolgt. Bei schlechtem Wetter habe ich die Innenräume des Hauses oder den Blick aus verschiedenen Fenstern gemalt.

Angeregt durch Lucian Freud, den ich seit langem bewundere, begann ich eine umfangreiche Bildfolge zum Thema „Akt im Atelier“. Dabei ergab es sich oft, dass ich auch frühere Bilder von mir zitiert habe, einfach weil sie im Atelier herumstanden.

Die sogenannten „fotoralistischen“ Akte ab 2016 entstanden nach selbst aufgenommenen Fotos und sind in freierem Duktus und pastoser gemalt, als meine fotorealistischen Arbeiten der 90er Jahre.

Aufgrund der coronabedingten Kontaktbeschränkungen habe ich im Jahr 2020 erstmals begonnen auch Fotos zu nutzen, die ich von mir nicht persönlich bekannten Modellen über Instagram zur Verfügung gestellt bekommen habe. So entstanden die „Insta-Nudes“.

Es ergaben sich in meinem Werk immer wieder gewaltige Umbrüche sowohl thematisch, als auch in Bezug auf Nutzung von Vorlagenquellen und direkter Anschauung. Da ich sehr intuitiv arbeite und wenig vorausplane, kann ich nicht sagen, wohin mich der Weg weiter führen wird. Eines ist aber seit langer Zeit konstant: die Tendenz zum Realismus. Dabei interessiere ich mich besonders für Körperhaftigkeit und Raumwirkung, Licht und Stofflichkeit. Die Farbe ist für mich immer nur Mittel zum Zweck. Sie führt kein Eigenleben, sondern dient meinem Bestreben, das was ich sehe, so naturgetreu und realistisch darzustellen, wie ich nur kann.